positiv

Shotshop_g4l-ffoVon fünf Faktoren hängt wissenschaftlich erwiesen unser Wohlbefinden ab: nämlich von positiven Gefühlen, Engagement, Sinnerleben, aufbauenden Beziehungen und dem Gefühl, wirksam zu sein. In der Positiven Psychologie sind sie als »PERMA«-Modell bekannt: Positive Emotions, Engagement, Relations, Meaning, Accomplishment.Viele Psychotherapeuten, Trainer, Coaches und Ärzte haben sich in den letzten Jahren dem Ansatz zugewandt. Und im anglo-amerikanischen Raum sind es auch immer mehr Schulen, die Aspekte des Ansatzes umsetzen, denn dass ein positives Schul- und Lernklima

  • das Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Lehrpersonen steigert,
  • die Leistungsorientierung und Leistungsbereitschaft fördert,
  • positiv auf die psychische und physische Gesundheit von Schüler/innen und Lehrpersonen wirkt,
  • die soziale Kompetenz fördert und
  • sich insgesamt positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen auswirkt,

wurde in zahlreichen empirischen Studien belegt (zusammenfassend für den deutschsprachigen Raum siehe Müller 2011 sowie Hascher 2004). Und so hängen auch Wohlbefinden und Wirksamkeit, also Leistungsstärke, eng zusammen, denn Menschen wollen wachsen, sich entwickeln und lernen. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie sich die fünf Elemente der Positiven Psychologie im Unterricht verstärken lassen. So geht es um:

  • Positive Gefühle: Optimismus, Zukunftsorientierung, Wahrnehmung, Wertschätzung, Risikofreude, Offenheit, Glück, Neugier
  • Engagement und Flow: Enthusiasmus, Fokussierung, Freiheit der Wahl: Autonomie, Selbstwirksamkeitserwartung
  • Sinn: Bedeutung, Sinn erleben
  • Aufbauende Beziehungen: Warmherzigkeit, lieben und zuneigen, aktives, konstruktives reagieren, soziale Geborgenheit, Wertschätzung
  • Wirksamkeit: aufschießende Wirksamkeitsspiralen, Entschlossenheit und Zielerreichung.

Es gilt vor allem – simpel aber richtig: Wir können nur Wirksamkeit, Wohlbefinden und Glück anregen, wenn wir selbst wirksam, wohlbefindlich und glücklich sind; indem wir ein Lern- und Leistungsmodell sind. Denn das Lernen am Modell ist immer noch eine der stärksten, empirisch nachgewiesenen Wirkkräfte in pädagogischen Beziehungen. Wollen wir ein spezifisches Verhalten stärken, müssen wir im Kontakt mit dem Lernenden dieses spezifische Verhalten selber zeigen.

Literatur

  • Brohm, Michaela/Endres, Wolfgang (2015): Positive Psychologie in der Schule. Weinheim/Basel, BELTZ
  • Brohm, Michaela/Kürwitz, Thomas/Berend, Benjamin (2014)
    Motiviert bleiben. Positive Psychologie für die Grundschule. Weinheim/Basel 2014, BELTZ
  • Hascher, Tina (2004): Schule positiv erleben. Ergebnisse und Erkenntnissen zum Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Bern: Haupt Verlag
  • Müller, Retro (2011): Soziale Beziehungen und Wohlbefinden in der Schule. Zusammenhänge zwischen Befindlichkeit und sozialer Interaktion am Beispiel des Modells zum schulischen Wohlbefinden von Tina Hascher. München: GRIN Verlag.